Soli Aktuell

Ab sofort werden wir in der Soli Aktuell Sektion jede Woche ein neues Projekt vorstellen, welches wir für unterstützenswert halten und damit zur Solidarität und Unterstützung der vorgestellten Projekte aufrufen! Informationen zu dem aktuellen Soli-Zweck hängen dann auch immer auf einer Infotafel an der Theke im Haus Mainusch aus und sind bei allen öffentlichen Veranstaltungen im Haus einzusehen…

In der Woche vom 16.05. – 22.05.2013  möchten wir euch den Tierlebenshof Hunsrück-Mosel e.V. vorstellen. Der Tierlebenshof bietet vor allem sogenannten “Nutztieren” und Hunden ein Zuhause, in dem sie artgerecht, ausbeutungsfrei und ohne jeglichen Nutzungsanspruch durch Menschen leben können…
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Letzte Woche war “Auch 20 Jahre nach dem Brandanschlag von Solingen: das Problem heißt Rassismus!” unser Soli-Thema.
Am 29.05.1993 starben in Solingen 5 Mitglieder der Familie Genç bei einem Brandanschlag. Beinahe zeitgleich wurde durch die sogenannte Drittstaatenregelung das Grundrecht auf Asyl in Deutschland faktisch abgeschafft. Beide Ereignisse jähren sich jetzt zum 20. Mal…
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Demo am 25.05.2013
Dazu möchten wir nochmals auf die bundesweite Demonstration am 25.05.2013 in Solingen hinweisen und ebenfalls zur Beteiligung an der Demo aufrufen!

Den Demoaufruf und viele weitere Infos zur Demo findet ihr auf solingen93.org

Gemeinsame Anreise
Zudem können wir Mitfahrplätze zur gemeinsame Anreise zur Demo am 25.05. nach Solingen vermitteln. Bei Interesse wendet euch einfach in einer E-Mail an uns unter hausmainusch[at]riseup[.]net

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Solidaritätserklärung mit dem AZ-Köln

Wir, die Aktiven des Haus Mainusch in Mainz, solidarisieren uns mit dem AZ-Köln, welches nun nach mittlerweile drei Jahren wieder in seiner Existenz bedroht ist!

Zum 30.06.2013 läuft die dreimonatige Kündigungsfrist des durch die Stadt Köln gekündigten Nutzungsvertrages des Autonomen Zentrum in Köln-Kalk aus. Deshalb ruft das AZ-Köln nun über alle Grenzen hinaus zur KEIN TAG OHNE Kampagne zum Erhalt des Autonomen Zentrum auf! Bis zum 30.06. – und danach erst recht – bietet die Kampagne ein umfangreiches und vielfältiges Programm mit den verschiedensten Aktionsformen, um das AZ zu retten.

Wir solidarisieren uns mit dem AZ-Köln und rufen ALLE dazu auf, sich zu informieren und sich, in welcher Form auch immer, an der KEIN TAG OHNE Kampagne zu beteiligen und zusammen den Erhalt des Autonomen Zentrum zu sichern!

Kein Tag ohne Autonomes Zentrum!

Weiter Infos auf >> keintagohne.az-koeln.org

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Köch_innen gesucht!

Damit auch weiterhin im Haus Mainusch kräftig geschlemmt werden kann, werden für Montag und Dienstag noch dringend Köch_innen gesucht! Vorerfahrungen sind natürlich von Vorteil aber kein Muss. Scheut euch also nicht und wendet euch bei Interesse an hausmainusch@riseup.net oder kommt einfach direkt vorbei.
Wir freuen uns auf euch!

Gedenkstättenfahrt in das ehemalige Ghetto Theresienstadt (Terezín)

Im Zeitraum vom 08.Mai bis zum 12. Mai 2013 bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit an einer Gedenkstättenfahrt in das ehemalige Ghetto, Konzentrations- und Durchgangslager Theresienstadt, heute Terezín, teilzunehmen.
Organisiert wird die Fahrt von den Falken RLP und dem Haus Mainusch.

Programm:
1. Tag (08.05.13):
Anreise mit dem Bus von Koblenz, über Mainz und Frankfurt am Main. Geplant ist eine gemeinsame Anreise von Trier nach Koblenz mit dem Studiticket. Abfahrt in Koblenz ist um 21.00 Uhr. Ankunft in Terezín (nachts) und Zimmervergabe

2. Tag (09.05.13):
Besichtigung des ehemaligen Ghetto Theresienstadt (Große Festung)
Besichtigung der kleinen Festung, des ehemaligen Gestapo Gefängnis Theresienstadts und ein Besuch des Museums der kleinen Festung, das die Geschichte der kleinen Festung detailliert behandelt.

3. Tag (10.05.13):
Besuch des Ghetto-Museums mit grundlegendem Überblick über die Verhältnisse im “Protektorat Böhmen und Mähren“ und Theresienstadt als jüdisches Ghetto. Weiterhin beschäftigt sich die Ausstellung mit den ehemals internierten Kindern im Ghetto.
Besuch der Ausstellung „Kunst im Ghetto“ in der Magdeburger Kaserne, welche eine Übersicht des reichen kulturellen Wirkens vieler Komponisten, Literaten, Schauspieler, Maler und Musiker im Ghetto Theresienstadt bietet.

Dieser Tag bietet den Teilnehmenden ausreichend Zeit das Ghetto selbst zu erkunden und die erlebten Eindrücke und Erfahrungen zu reflektieren.

4. Tag (11.05.13):
Zeitzeuginnenengespräch mit Edith Ebrich, die als Kind im Ghetto Theresienstadt interniert war und auch über die Befreiung des Ghettos berichten wird. Sie und ihre Schwester Hella Bär, ebenfalls in Theresienstadt inteniert, werden gemeinsam mit der Gruppe anreisen und sie während der Besichtigung der Gedenkstätte begleiten.

Abgeschlossen werden die Tage jeweils mit einer gemeinsamen Reflektionsrunde zur Aufarbeitung des Erlebten.

5. Tag (12.05.13): Abreise

Organisatorisches:
Die Unterbringung während der Fahrt erfolgt in der Jugendbegegnungsstätte Terezín in Mehrbettzimmern (maximal 4 Personen) mit Vollverpflegung.
Die Eigenbeteiligung beträgt 130,00 €. (Aus finanziellen Gründen sollte aber niemand zu Hause bleiben – Im Zweifelsfall finden wir Möglichkeiten).
Für vegetarische Kost ist gesorgt, den vegan lebenden Menschen empfehlen wir sich untereinander abzusprechen um eine Grundversorgung (Aufstriche, Tofuwürstchen, Margarine, Sojamilch..) zu organisieren, da die Begegnungsstätte keine vegane Verpflegung anbietet.

Anmeldung:
Die Anmeldung erfolgt verbindlich unter folgendem Link:
https://docs.google.com/forms/d/1vtxj801sccZc4SgHvkLV99pZR-czdwl7yHHZceF5jew/viewform

Bitte möglichst schnell anmelden.
Da die Kapazitäten begrenzt sind, erfolgt die Platzvergabe in der Reihenfolge der Anmeldung.
Bei Fragen oder Anmerkungen schickt uns bitte eine Mail an gedenkstaettenfahrt@gmx.de

Begleitprogramm:
Da sich die Fahrt an teilnehmende aus ganz RlP richtet finden verschiedene Veranstaltungen zum Themen des historischen Nationalsozialismus, aktuellen rechtsradikalen Ereignissen, der Verflechtung von Verfassungsschutz und NSU in Mainz, Koblenz und Trier statt:

27.3. Koblenz, 19.00 Uhr
JAM (Jugendhaus am Moselring)
Informationsveranstaltung zur Gedenkstättenfahrt + VoKü

17.04. Mainz, 18 Uhr
Haus Mainusch: https://www.facebook.com/haus.mainusch
Feministische Perspektiven antifaschistischer Politik
Teile des Herausgeber_innenkollektivs lesen auf dem bald erscheinenden
Buch “Fantifa. Feministische Perspektiven antifaschistischer Politiken”.

Feministische Antifa oder Frauen-Antifa Gruppen entstanden in den frühen 1990er Jahren, meist als Reaktion auf einen fortgesetzten Sexismus in männlich dominierten Antifa-Zusammenhängen. Heute gibt es nur noch wenige solcher Fantifa-Gruppen und auch in der antifaschistischen ?Geschichtsschreibung? spielen sie kaum eine Rolle.
Das Buch ?Fantifa. Feministische Perspektiven antifaschistischer Politik? will das ändern. Es geht den Spuren nach, lässt Aktivistinnen zu Wort kommen, beleuchtet aktuelle feministische Antifa-Arbeit, erläutert inhaltliche Schwerpunkte, fragt nach, was aus Fantifa-Gruppen wurde, eröffnet einen Blick auf die Möglichkeiten
männlicher antisexistischer Handlungsräume und diskutiert die fortgesetzte Notwendigkeit feministischer Perspektiven in antifaschistischer Politik. Interviews mit Aktivistinnen werden ausführlich durch das Herausgeber_innenkollektiv eingeführt und durch Originaldokumente illustriert. Die vergangenen und aktuellen Debatten um Feminismus, Antisexismus und Antifaschismus sollen so zusammengebracht werden.

21.04. Trier, 14.00 Uhr
Multikulturelles Zentrum: https://www.facebook.com/pages/Multikulturelles-Zentrum-Trier/206068629431110?ref=ts&fref=ts
Vorbereitungstreffen Gedenkstättenfahrt
Das Projektkonzept umfasst im Vorfeld der Fahrt ein vorbereitendes Treffen.
Einführendes und organisatorisches Treffen . Hier wird es grundlegende Informationen über das Ghetto Theresienstadt, die Gedenkstättenfahrt sowie einen Vortrag geben. Außerdem können sich die Teilnehmenden vor der Fahrt kennenlernen & Erwartungen austauschen.

22.04. Mainz, 19.00 Uhr
DGB Haus: https://www.facebook.com/pages/Dgb-Haus-Mainz/202940153171891?ref=ts&fref=ts
„Kein 10. Opfer – nationalsozialistischer Untergrund, Rechtsterror und die Rolle des Staates“
Über ein Jahr ist es her, dass der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) sich selbst enttarnte. Die terroristische Gruppe war über ein Jahrzehnt aktiv und mordete jahrelang, ohne dass ihre Existenz bekannt war. Im April beginnt nun ein erster Prozess gegen die überlebenden
mutmaßlichen Mitglieder.
Der Vortrag macht eine Bestandaufnahme und zeigt, welches Bild des NSU sich heute zeichnet, beleuchtet den politischen Kontext des »Rechtsterrorismus«, zeigt dessen inhaltliche Entwicklungslinien auf. Es wird versucht, auf einige der vielen offenen Fragen rund um den Komplex
Antworten zu geben. Dabei geht es um den staatlichen Umgang mit dem Rechtsterrorismus des NSU, der Aufarbeitung und die zahlreichen ungeklärten Fragen.

Die Referent_innen sind Mitarbeiter_innen des apabiz. Der Vortrag wurde mit anderen antifaschistischen Projekten gemeinsam erarbeitet.

29.04. Mainz, 19.00 Uhr
Haus Mainusch: https://www.facebook.com/haus.mainusch
„Musterghetto Theresienstadt?“
Vortrag über die Rolle Theresienstadts als so genanntes Vorzeige Ghetto

30.04. Mainz, 19.00 Uhr
Haus Mainusch: https://www.facebook.com/haus.mainusch
Zeitzeuginnen Gespräch mit Edith Erbrich, Überlebende Theresienstadts

Weitere Veranstaltungen für Koblenz, Mainz und Trier sind geplant, die Uhrzeiten standen jedoch noch nicht fest, weitere Infos werden in Kürze folgen.

Bundesweite Demo in München

Bundesweite Demo am 13.4. in München, Stachus
Mitfahrgelegenheiten von Mainz können von uns vermittelt werden!

Greift ein gegen Naziterror, staatlichen und alltäglichen Rassismus – Verfassungsschutz abschaffen!

Am 17. April 2013 wird in München der Prozess gegen das NSU-Mitglied Beate Zschäpe sowie vier der Unterstützer beginnen: Ralf Wohlleben, Holger Gerlach, Carsten Schultze und André Eminger.

Ein breites antifaschistisches Bündnis ruft deshalb zu einer bundesweiten Großdemonstration in München am Samstag vor Prozessbeginn auf.

http://nsuprozess.blogsport.de/

Falls ihr Interesse an der von uns organisierten Mitfahrgelegenheit habt, meldet euch bitte möglichst bald unter hausmainusch@riseup.net!

 

Soliaktionen im Haus Mainusch willkommen!

Das Haus Mainusch Kollektiv hat beschlossen auf Grund der Solidarität, die das Projekt im letzten Jahr erleben konnte, nun auch weiterhin andere emanzipatorische Projekte und Ideen zu unterstützen. Wir können selbst keine finanzielle Unterstützung bieten, wir haben aber viele verschiedene Veranstaltungen, die im Haus stattfinden. Es soll auch in Zukunft möglich sein, auf diesen Veranstaltungen auf andere Projekte aufmerksam zu machen, die z.B. ebenfalls in Geldnot sind. Vielleicht spendet ja sogar der*die Eine oder Andere etwas. Es sind beispielsweise Soliaktion möglich, die bei verschiedenen Veranstaltungen nebenher laufen könnten und bei denen wir euch natürlich auch nach unseren Möglichkeiten unterstützen möchten. Zudem stellen wir das Haus Mainusch auch gerne für Infoveranstaltungen zur Verfügung.
Also, wenn ihr meint von einem Projekt (kulturell und/oder politisch) zu wissen, das ihr dringend unterstützen wollt, dann kommt doch bitte aufs Plenum. Da können wir dann gemeinsam nach einer Art der Unterstützung durch das Haus Mainusch suchen.

Offene Plena sind jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat, jeweils um 20 Uhr im Haus Mainusch.

Solidarität mit dem IvI! Kommt zur Demo!

Nehmt ihr uns das IvI ab…

Am frühen morgen des 15.2.2013 fand die Gerichtsverhandlung gegen die erfundene GbR IvI statt. Die Verhandlung dauerte stolze fünfzehn Minuten und endete mit einem Versäumnisurteil gegen die nicht erschienene GbR, das eine sofortige Räumung des IvI ermöglicht. Das heißt eine Räumung des seit 2003 besetzten Hauses in Bockenheim ist ab jetzt täglich möglich.
Am Tag nach der Räumung rufen wir dazu auf, sich an der überregionalen Demonstration unter dem Motto „IvI geht weiter – Wir nehmen uns was wir brauchen!“ zu beteiligen. Wir wünschen uns eine kraftvolle, entschlossene Demonstration, um unserer Wut Ausdruck zu verleihen.

This is a story that must be told…

Das Institut für vergleichende Irrelevanz wurde 2003 im Rahmen der Student_innenproteste besetzt. Seit dem nimmt sich kritisches Denken hier Zeit und Raum. Unter dem Motto Theorie*Praxis*Party finden im IvI autonome Tutorien und Lesekreise, Veranstaltungen zu verschiedensten Themen, aber auch Barabende, Partys und Konzerte statt.
Neun Jahre lang haben hier viele Menschen einen Raum gefunden, in dem sie sich gerne aufhalten, abseits von Konsumzwang, ruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und heteronormativer Scheiße.
Im Februar 2012 wurde durch die Uni Frankfurt bekannt, dass das Gebäude an die stadtbekannte Immobilienfirma Franconofurt AG für den Spottpreis von ca. einer Million Euro verkauft wurde.

Francono who?

Die Immobilienfirma Franconofurt AG ist in Frankfurt dafür bekannt Häuser zu kaufen, sie dann zu sanieren und umzubauen und dadurch die Mieten ins Unermessliche steigen zu lassen. So werden eben alle, die nicht das Geld dazu haben, aus ihren Wohnungen und Häusern verdrängt und sind gezwungen in Randstadtteile zu ziehen, die im Rahmen von Stadtumstrukturierung noch nicht „aufgewertet“ wurden. Der charismatische Vorstandssprecher der Franconofurt AG, Christian Wolf, lässt tief blicken, wenn er davon spricht, dass er Leute kenne, die das Problem mit solchen Störenfrieden längst mit einem Baseballschläger gelöst hätten. Während er sich selber als „Gutmensch“ zu profilieren sucht, der ja nicht zu solchen Mitteln greifen würde, ist er nicht müde geworden dem IvI für jede Veranstaltung der letzten Monate den Gerichtsvollzieher auf den Hals zu hetzen oder wiederholt Bautrupps los zu schicken, welche die Infrastruktur des Instituts (z.B. Strom und Wasserleitungen) beschädigen und die Nutzer_innen einschüchtern sollten.

IvI geht weiter…

Es wäre ein Irrglaube von Seiten der Stadt Frankfurt, Parteien, Franconofurt AG und anderen Arschlöchern zu glauben, dass wir das
Projekt aufgeben. Selbstverwaltete Projekte mit soziokulturellem Anspruch wie das IvI finden in Frankfurt kaum noch Raum. Sie passen
nicht in das scheinheilige, gepflegte Bild der Stadt. Mehrere Tausend Zwangsräumungen in den vergangenen Jahren, der Bau der neuen EZB und der Umzug des Campus Bockenheim auf den IG-Farben Campus zeigen wo es hingehen soll. Doch wir werden weiter für unsere Sache einstehen, gegen Gentrifizierung, für autonome Zentren, eben gegen die Gesamtscheiße!

Kommt alle am Tag nach der Räumung nach Frankfurt um gemeinsam kraftvoll und entschlossen das Bild der Stadt Frankfurt zu brechen!

Solidarität mit dem Aktionsbündnis 15.2.

In Zeiten der akuten Bedrohung alternativer Zentren, beispielsweise des Instituts für vergleichende Irrelevanz (http://ivi.copyriot.com/pressemitteilung-des-instituts) und der massiven Gentrifizierung ist es von besonderer Wichtigkeit neu entstehende Projekte zu unterstützen. Hiermit wird ein klares Signal gesetzt, dass Freiräume für eine emanzipatorische Veränderung eine notwendige Vorraussetzung darstellen!
Wir solidarisieren uns mit dem Aktionsbündnis 15.2. und fordern:

Freiräume erkämpfen und erhalten – überall!

Weitere Informationen sowie Termine der Besetzung findet ihr hier: http://aktion152.blogsport.de/

Stürmische Zeiten

Naziaufmarsch verhindern, befreite Gesellschaft erkämpfen

Am 1. Mai 2013 wollen Neo-Nazis aus ganz Deutschland unter dem Motto ‘Raus aus dem Euro – Gegen Euro und Großkapital’ eine Großkundgebung an der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main abhalten. Die Werbetrommeln rühren sie mit einer völkischen „Kritik“ am Kapitalismus. Dies mit allem zu verhindern was notwendig ist, steht außer Frage,
dennoch wäre es ein Trugschluss zu glauben, dass Antisemitismus, Homophobie und andere menschenfeindliche Phänomene nur von Neo-Nazis vertreten werden. Es sind Ideologien, die nicht das Gegenteil dieser vermeintlich ach so menschenfreundlichen Gesellschaft darstellen, sondern in ihr angelegt sind. Dementsprechend gehören sowohl diese Ideologien, als auch die sie reproduzierende Gesellschaft bekämpft.

Gegen reaktionäre Kapitalismuskritik und jeden Antisemitismus

In den letzten Jahren kam es immer wieder zu Demonstrationen und Kampagnen, in denen Neo-Nazis gegen ‘die Globalisierung’, ‘den Euro’ oder ‘die Großbanken’ wetterten. Mit Slogans wie ‘Global dient dem Kapital – Sozial geht nur national’ oder ‘Kapitalismus – Feind der Völker’ versuchen sie, eine kapitalismuskritische Position für sich zu beanspruchen. Dabei spielen sie sich als ‘Anwalt der kleinen Leute’ auf und setzen mit ihrer Propaganda an Ressentiments an, die bereits in weiten Bevölkerungsteilen verankert sind. Der ‘kleine, arbeitsame Deutsche’ soll verteidigt werden gegen das ‘große Geld, die Heuschrecken und Spekulanten’. Hier schlägt sich die alte antisemitische Weltanschauung nieder, nach der die Wirtschaft in gutes, ‘schaffendes Kapital’ (deutsche Industrie, Handwerk etc.) und böses, ‘raffendes Kapital’ (Finanzmarkt, Banken etc.) gespalten sei. Die NPD und ihre Volksgenoss_innen haben also nichts gegen die Grundprinzipien der kapitalistischen Produktionsweise: Lohnarbeit und Ausbeutung. Arbeit ist ihnen vielmehr ein Muss, das Alle zum Wohle der ‘deutschen Volksgemeinschaft’ zu leisten haben. Die reaktionäre Kapitalismuskritik der Neo-Nazis kennt somit keine Klassen, sondern nur das ‘deutsche Volk und seine Feinde’. Sie haben nur mit jenen ein Problem, die Einkommen beziehen, das ihrer Ansicht nach nicht aus eigener produktiver Arbeit resultiere – und das seien vor allem (jüdische) ‘Spekulanten’ und (ausländische) Erwerbslose. Die Kapitalismuskritik’ richtet sich somit nicht gegen das ausbeuterische System des Kapitalismus, sondern gegen bestimmte Personengruppen, die für das ‘Elend des deutschen Volkes’ verantwortlich erklärt werden.
Diese personalisierende Kritik macht die gefährliche, teils mörderische Komponente dieser vermeintlichen Kapitalismuskritik aus. Sie verbindet sich nahtlos mit antisemitischen Stereotypen. In ihrem Aufruf zum 1. Mai 2013 bezeichnet die NPD die Europäische Zentralbank als eines ‘der Krebsgeschwüre unserer Zeit’. Diese Bezeichnung ist ein
antisemitischer Ausdruck, mit dem Menschen jüdischen Glaubens als von innen heraus zersetzenden Fremdkörper diffamiert werden. Es ist kein Zufall dass die NPD sich im Wahljahr 2013 genau dieses Thema in das Zentrum ihrer Agenda gesetzt hat. Sie hofft auf offene Ohren zu stoßen und hat hierbei auch gute Chancen, denn Antisemitismus – auf der Grundlage einer personalisierenden Kapitalismuskritik – war noch nie ein gesellschaftliches Randphänomen. Jüngste Studien verdeutlichen einmal mehr, dass die klassischen antisemitischen Ressentiments, die Juden besäßen zu viel Einfluss oder seien wegen ihres eigenen Verhaltens selbst Schuld daran, dass sie gehasst und verfolgt werden, immer noch weit verbreitet sind.

Rassismus tötet…

Rassismus ist ein alltägliches Vorkommnis in Gestalt von verbalen und körperlichen Übergriffen. Seit 1990 wurden in der BRD mindestens 192 Menschen aufgrund von rechtsradikalen Motiven getötet. Vor allem durch die permanente Entpolitisierung von Übergriffen durch staatliche Behörden ist klar, dass die Dunkelziffer weitaus höher ist. Wie
viele Menschen allein an den Grenzen Europas durch die europäische Außenpolitik ihr Leben lassen ist unbekannt. Gepusht durch Politik und Medien, welche Zuwanderung als Problem darstellen, von ‘Flüchtlingsschwemmen’, ‘Migrationsfluten’ und ‘Überfremdung’ sprechen, bekommt die bürgerliche rassistische Stammtischmeinung Futter und spielt so auch der NPD Wähler_innen in die Arme. In der BRD zeichnet sich eine rassistische Grundtendenz bspw.
durch eine konsequente Ablehnung der ernsthaften Auseinandersetzung mit den Pogromen der 1990er Jahre aus. Die Angriffe auf Asylbewerber_innenheime z.B. in Rostock- Lichtenhagen oder Hoyerswerda wurden während der staatlichen Gedenktage zu Taten von Einzelpersonen – die Mitverantwortung von Politik, Zuschauer_innen, Staatsorganen und
sogenannter bürgerlicher Mitte werden nicht thematisiert. Die menschenfeindliche Konsequenz der Pogrome war die Abschaffung des Grundrechts auf Asyl- denn wo keine Menschen mit Migrationshintergrund sind, da können auch keine angegriffen werden. Dieser ‘Asylkompromiss’ jährt sich 2013 zum 20. Mal. Denjenigen, die es dennoch in die BRD
schaffen, wird das Leben durch Residenzpflicht, Lebensmittelmarken und unwürdige Lebensverhältnisse z.B. in Lagern zur Hölle gemacht; ganz zu schweigen von dem Leben als Illegalisierte.

Hervorgegangen aus dieser Zeit ist auch der Nationalsozialistische Untergrund – kurz NSU. Dessen Mordserie verdeutlicht den strukturellen Rassismus der staatlichen Organe einmal mehr. Zunächst wurden die Angehörigen der Opfer verdächtigt, ein kulturell bedingter Tathintergrund wurde heraufbeschworen und die Mordserie unter dem Namen ‘Dönermorde’ behandelt. Später zeigten sich zwar alle schwer betroffen, in der öffentlichen Diskussion blieben die gesellschaftlich geschaffenen Bedingungen, die einer solchen Mordserie durch alltäglichen Rassismus erst den Weg bereiteten, außen vor. Derweil wurde die Aufklärung und Ermittlung in Sachen NSU durch immer neue angebliche ‘Ermittlungspannen’, die Vernichtung von Akten und die systematische Verdunklung dessen, in welchem Maße die
Geheimdienste den NSU möglich machten, ersetzt. So verwundert die Mitgliedschaft deutscher Beamt_innen in rechtsradikalen Organisationen, wie beispielsweise dem Ku-Klux- Klan, nicht weiter.

Ob in Deutschland, Europa oder auch dem Rest der Welt – Rassismus findet in rechtsradikalen Taten nur ihre Spitzen, unterstützt wird er von denen, die zuschauen, akzeptieren und eine Auseinandersetzung damit verhindern.

… und der Bezug zum Patriarchat

Zentral für den Volksgemeinschaftsgedanken der Neo-Nazis ist die Erhaltung und Vermehrung des ‘gesunden Volkes’. Grundlage dafür ist unter anderem die Unterordnung der Menschen unter die patriarchale Verteilung der Geschlechterrollen, die mit der bürgerlichen Gesellschaft entstanden sind; die Frau als Mutter und Ehefrau, der Mann als Arbeiter und Versorger.
Nicht nur das diese Rollenverteilung in Denkstrukturen verankert ist, sondern sich auch ganz praktisch in sexualisierten Übergriffen manifestiert. Leider gehören diese für Frauen im Alltag zur Regel; so macht jede 3. Frau in ihrem Leben die Erfahrung von sexualisierter Gewalt- bezeichnenderweise erkannte der Staat erst 1997 die
Vergewaltigung in der Ehe als solche an. Ausdruck einer gesamtgesellschaftlichen Ignoranz spiegelt sich auch im so genannten ‘victim-blaming’ wieder, bei dem Frauen eine Teilschuld an den Vergewaltigungen zugesprochen wird und auch seine Anwendung in Gerichtsurteilen findet. Diese Denkweise schließt an die Vorstellung von ausschließlicher biologischer und gesellschaftlicher Zweigeschlechtlichkeit an und dem Zwang sich dieser unterzuordnen.
Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass Menschen und Beziehungen nicht nur von Neo-Nazis nach ihrer biologischen Reproduktionsmöglichkeit beurteilt werden: Gleichgeschlechtliche und andere, von der heteronormativen Idee der Paarbeziehung abweichende Beziehungsformen werden in der BRD nach wie vor diskriminiert; Asylanträge
auf Grund der sexuellen Identität sind faktisch aussichtslos.

Auch wenn Frauen heute bei der NPD, Kameradschaften und „Autonomen Nationalist_innen“ inzwischen einzelne Aufgabenbereiche angetragen werden, hat sich am konstruierten ‘natürlichen’ Geschlechterbild bis heute nur wenig verändert. Gerade in dem Festhalten an diesen Rollenbildern unterscheidet sich die neonazistische Position kaum von denen Konservativer oder der sogenannten Mitte.

Grenzen des bürgerlichen Antifaschismus

Es wäre ein Irrglaube zu meinen, dass menschenfeindliche Positionen nur von Neo-Nazis vertreten werden würden, auch wenn es Unterschiede in der Schärfe und Intensität in der solche Positionen gedacht und vertreten werden, gibt.
Auch am 1. Mai wird es, wie immer wenn Neo-Nazis auftauchen, von allen Seiten schallen, dass Frankfurt doch eine ach so bunte Stadt sei; dass wir lieber bunt statt braun sein wollen oder, dass ‘Nazis raus aus Frankfurt’ müssten. Am besten geschieht dies natürlich zusammen: ob auf den so beliebten Meilen der Demokratie, bei einer Bratwurst mit der Gewerkschaft des Vertrauens oder in einer Menschenkette. Immer wieder wird erstaunt festgestellt, dass sich in ‘unserem geläuterten Deutschland’, in ‘unserem multikulturellen Frankfurt’ solche Einstellungen breit machen können. ‘Wo wäre Deutschland, hätten wir keine Gastarbeiter gehabt oder keinen Klose, der für uns Tore schießt!?’. Ganz zu schweigen davon, dass Deutschland sich als exportorientiertes Land Ausländerfeindlichkeit überhaupt nicht leisten
könne, wie der Menschenfreund und Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich unlängst bemerkte. Solche Argumentationsmuster und die immer gleiche ‚bunt statt braun’ – Rhetorik kennen wir zu genüge.
Wenn Neo-Nazis jedoch für ihre Gefährdung des Standort Deutschlands kritisiert werden, anstatt für ihre mörderische Praxis; wenn staatliche Behörden ausschließlich für ihr Versagen kritisiert werden, und nicht für ihre alltägliche strukturelle Gewalt; wenn vermeintlich linke Parteien, die 1992 dem ‘Asylkompromiss’ zustimmten, Rassismus als neo-nazistisches Phänomen sehen und die zutiefst rassistischen gesamtgesellschaftlichen Zusammenhänge
ausblenden; dann st es für eine sich als emanzipatorisch verstehende radikale Linke um so wichtiger sich vor Augen zu führen, dass das Ziel linksradikaler Intervention immer die Aufhebung aller Herrschafts- und Ausbeutungsverhältnisse sein muss und dementsprechend gilt es, sich sowohl Neo-Nazis entschlossen entgegen zu stellen, als auch den rassistischen Normalzustand zu thematisieren und zu bekämpfen.
Jedes Auftreten von Neo-Nazis, stellt eine direkte Gefahr für alle Menschen dar, die nicht in ihr Weltbild passen. Dem muss eine organisierte antifaschistische Solidarität entgegen gesetzt werden!
In diesem Sinne gilt es nicht nur am 1. Mai den Neo-Nazis mit allen Mitteln den Tag zu vermiesen, sondern auch das propagierte Bild des ‘toleranten Frankfurts’ als scheinheilig zu entlarven und ihm einen konsequenten Antifaschismus entgegen zu setzen.

Kommt am 1. Mai nach Frankfurt

Naziaufmarsch verhindern! Für eine befreite Gesellschaft kämpfen!

Stellungnahme des Haus Mainusch-Plenums zur aktuellen Unipress #379

In der aktuellen Ausgabe Unipress gibt es zwei Aspekte, die wir als Plenum sehr kritisch sehen und darum nicht unkommentiert stehen lassen wollen. Zum einen ist dies die Berichterstattung zur jetzigen Situation des Haus Mainusch auch in Bezug zur studentischen Vollversammlung am 11. Dezember, zum anderen das Thema „Studentenverbindungen“.

Zur Darstellung der Situation des Haus Mainusch
Es freut uns, dass dem Haus Mainusch so viel Wichtigkeit beigemessen wird, dass über zwei Seiten lang von Einzelpersonen sowie hochschulpolitischen Gremien und Gruppen verschiedene Einschätzungen der Lage artikuliert werden. Rätselhafterweise wurde nicht berücksichtigt, dass es für eine umfassende und objektive Berichterstattung nötig ist, dass erstens alle Betroffenen zu Wort kommen und zweitens, dass auch die hochschulpolitische Opposition sich äußern kann. Dies ist beides nicht gegeben. Das Haus Mainusch-Plenum ist nicht vertreten und es erscheint fraglich, ob dies von der Redaktion überhaupt gewünscht war, da uns keine Anfrage zu einer Stellungnahme vorliegt. Ebenfalls ist keine Stellungnahme einer Hochschulgruppe aus der Opposition vertreten, die dem Haus Mainusch solidarisch gegenüber eingestellt ist, wie z.B. CampusGrün, Kritische Linke, SDS oder die Campus-Freibeuter. War es auch hier nicht gewollt, dass eine oder gar mehrere Stellungnahmen publiziert werden, die dem Haus Mainusch weitaus solidarischer verbunden sind, als es der Asta-Vorstand und die RCDS-JuSo-Koalition vorgeben zu sein? Es ist nämlich keine Solidarität, wenn beschlossen wird, dass das Haus Mainusch trotz seiner herausragenden Rolle und Beliebtheit auf dem Campus und trotz erhöhter Betriebskosten keine weitergehende Förderung erfahren soll, sondern dass die ehrenamtlich arbeitenden Aktiven dazu angehalten werden, in ihrem grundsätzlich unkommerziell gestalteten Rahmen nun eben effektiver und auch profitorientierter zu wirtschaften.

Wer spricht?
Es gibt Stellungnahmen von der Liberalen Hochschulgruppe(LHG), der Koalition, dem AStA-Vorstand und dem Vorsitzenden der RCDS-Fraktion im Studierendenparlament(Stupa).
Die LHG ist dem Haus Mainusch ablehnend gegenüber eingestellt und fordert aktuell sogar die Schließung(PM 18.12).
Die Koalition ist der Meinung, dass dem Haus Mainusch trotz immenser Mieterhöhung keine höhere Förderung als bisher zuteil werden soll.
Der AStA-Vorstand kritisiert den Ablauf der Vollversammlung, ohne zu erwähnen, dass die LHG für die kritisierte Verzögerungstaktik verantwortlich ist, da ihre Mitglieder mit ständigen Geschäftsordnungsanträgen eine inhaltliche Auseinandersetzung über die Förderung des Haus Mainusch unmöglich gemacht haben. Hierzu wird das Protokoll dieser VV sehr interessant sein, sobald es öffentlich wird.
Auch der RCDS-Fraktions-Vorsitzende Daniel Leibig ist mit dem AStA-Vorstand auf einer Linie und verteidigt lediglich die Leistungen des AStA-Vorstands in den Verhandlungen.
Besonders kritisch zu sehen ist die Tatsache, dass der AStA-Vorstand seine E-Mailadresse für Nachfragen zu den Verhandlungen angibt. Dies ist höchst problematisch, da zum einen nicht transparent ist, was kommuniziert wird, zum anderen wird unterschlagen, dass auch Aktive vom Haus Mainusch bei den Verhandlungen beteiligt waren und möglicherweise eine andere Sicht auf diese haben könnten. Das ist so nicht akzeptabel.

Zum Thema „Burschenschaften“
Die Art wie hier das Thema „Studentenverbindungen“ präsentiert wird, ist erschreckend. Es wird hier offen sexistischen, rassistischen und deutsch-nationalen Gruppierungen ein Forum geboten, das ihre Existenz in den Bereich des Diskutablen rückt, anstatt sich kritisch mit den reaktionären und menschenverachtenden Weltanschauungen, die in diesen „Bünden“ vorherrschen, auseinanderzusetzen .

Hier nur ein Zitat als Beispiel aus den Interviews für die Unipress:
Germania Halle zu Mainz: „Eine Mitgliedschaft steht jedem männlichen, deutschen Studenten offen.“
Diese Aussage beinhaltet den Ausschluss aller nicht-männlich definierten Personen, sowie jeder Person, die nach der Definition der Burschenschaft Germania Halle zu Mainz nicht-deutsch ist. In dieser Definition bezieht sich die Burschenschaft explizit auf ein nationalistisches Weltbild des 19. Jahrhunderts, welches ein Volk durch Blutsverwandtschaft mit Wurzeln im germanischen beinhaltet. Von welchen Ideologien diese Haltung mittlerweile noch bekannt ist müsste mindestens erwähnt werden, wenn bei einem solchen Thema wirklich objektiver Journalismus der Anspruch wäre. Diese Einstellung ist nämlich klar am aller äußersten rechten Rand anzusiedeln. Die Unipress lässt dieses Statement, so wie alle Aussagen zu dem Thema Burschenschaften einfach ohne Kommentierung stehen. Zudem manifestiert sich in diesem Zitat ein Weltbild, in dem Sexismus als Grundlage dieser Gemeinschaft zu erkennen ist.
Dieser Burschenschaft nun eine allgemein sexistische, nicht ganz so weit rechts an zu siedelnde Burschenschaft( Rhenania-Moguntia) gegenüber zu stellen, macht das Ganze auch nicht besser. Das Gegenteil ist hier eher der Fall:
Hier ein Zitat Beispiel der Burschenschaft Rhenania-Moguntia zu Mainz: „Das Prinzip der Männerverbindung hat sich meines Erachtens bewährt.[…]Trotzdem sind Frauen bei uns gerne gesehen.“
Diese Burschenschaft ist ein Männerbund und Frauen können keine gleichwertige Mitgliedschaft bekommen aufgrund der Tatsache, dass sie als nicht-männlich definiert werden und dies explizit als Ausschlusskriterium gesehen wird.
In diesem Zitat wird sehr gut klar, wie hier die Position von „Mann“ und „Frau“ in der Gesellschaft gesehen wird:
Männer sind in diesem Weltbild das Prinzip, die Norm und können gleichberechtigt partizipieren, während Frauen als zweitklassig bzw. als Abweichung von dieser Norm begriffen werden. Diese Art zu denken läuft den emanzipatorischen Bestrebungen der Frauenbewegungen, angefangen mit grundlegenden emanzipatorischen Kämpfen, wie z.B. dem Anstreben einer gleichwertigen Teilhabe an politischen Prozessen, entgegen.
Das was sich hier anhand der der Darstellungen bestimmter Themen in der Unipress abzeichnet, sind Prozesse, die ebenso allgemein gesellschaftliche Verhältnisse widerspiegeln:
So wird hier eine weit rechts an zu siedelnde Position dargestellt. Demgegenüber wird lediglich eine nicht ganz so weit rechts an zu siedelnde Position entgegengestellt. Eine wirklich kritische Perspektive bleibt aus. Damit verschiebt sich der Diskurs nach rechts, da Alternativen fehlen, in diesem speziellen Fall, weil sie aus nicht nachvollziehbaren Gründen einfach nicht dargestellt werden.
Als „Normalität“ wird hier eine alltägliche Praxis dargestellt, die von reaktionären und menschenfeindlichen Werten und Weltanschauungen geprägt ist, die sich u.A. durch Diskriminierungen verschiedener Arten zeigen.
Die Thematisierung von alltäglichen („normalen“) Diskriminierungen jeglicher Art, sowie die Auseinandersetzung bei konkreten Vorfällen fehlt völlig.
Im Bezug auf das in der Unipress kommentarlos abgedruckte Interview eines Burschenschaftlers der Germania Halle zu Mainz, ist anzumerken, dass gerade „rechtsradikale“ Positionen inhaltlich eben von der Zementierung oder dem Ausbau von der, oben angesprochenen „Normalität“ leben. Dieser „Normalzustand“ ist sowohl von Sexismus, als auch von Homophobie, Antisemitismus, Rassismus und sonstigen menschenverachtenden Ideen durchzogen, oder ist in Teilen sogar von diesen dominiert. Dem noch zusätzlichen Raum zur Verfügung zu stellen, bedeutet diese Positionen zu unterstützen, indem Mensch zu ihrer Verbreitung, oder zumindest zur Stabilisierung durch Reproduktion der Ideen beiträgt. Doch was hier geschehen ist, übertrifft diesen Prozess um ein weites. Hier wurden menschenverachtende Positionen unkommentiert abgedruckt, ohne auch nur annähernd auf die Struktur eines solchen Weltbildes einzugehen oder die Mechanismen und Argumentationsmuster in denen die menschenverachtenden Positionen verpackt werden, zu erwähnen. Damit ist hier nichts anderes geschehen, als rechtsradikale Propaganda zu fördern und zu verbreiten.