Situation

2017

Und da haben wir den Salat. Kaum beginnt das neue Jahr, welches den Vertragsauslauf enthält, kommt die Uni und sagt, dass es nicht weiter gehen soll. Wir sehen das aber gar nicht ein. Was genau passiert und wie die Verhandlungen laufen, die im Februar starten erfahrt ihr hier, bei FB, auf unserer Mailingliste und am verlässlichsten im Haus selbst.

2015

Auch 2015 existiert das Haus Mainusch in all seiner schäbigen Pracht, hat im August 2013 seinen 25 Jährigen Geburtstag krachend gefeiert, 2014 ein paar Renovierungsarbeiten ertragen, neue Veranstaltungsformate gesehen und eine neue Siebdruckgruppe bekommen. Die Mietzahlungen laufen durch eure fleißige Spenden. Allerdings gilt vieles von dem untenstehenden Text von März 2013 nach wie vor: Ab nächstem Jahr ist unsere Zukunft wieder ungewiss. Wir sträuben uns gegen Kritik durch Institutionen. Wir brauchen immer helfenden Hände und Leute, die durch Veranstaltungen Leben bringen, oder einfach aufs zweiwöchige Plenum kommen. Deshalb: Macht mit, bringt euch ein und nutzt den schönsten Freiraum in Mainz. Und informiert euch immer mal wieder im Haus selbst, über die aktuelle Situation.

Die Lage des Haus Mainusch bleibt prekär (März 2013)

Der alte, seit Beendigung der Besetzung 1988 geltende, Vertrag ist am 9.12.12 ausgelaufen.
Da wir uns bereits seit vielen Monaten in Verhandlungen mit der Universität und dem Allgemeinen Studierendenauschusses (AStA) der Uni Mainz befanden haben wir seit Montag den 10.12.12 wieder einen Vertrag.

Dieser Vertrag ist aber keinesfalls das glückliche Ende eines kräftezehrenden Jahres voll Ungewissheit und Druck von Außen.
Vielmehr ist der Vertrag und die Umstände unter denen er zustande gekommen ist die Verfestigung des Zustandes der andauernden Ungewissheit und des Drucks von Außen über LBB (Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung), Uni und zuletzt und vornehmlich auch des AStAs der Uni Mainz.

In diesem neuen Vertrag hat sich der Mietzins mehr als verdoppelt (Erhöhung um 140%). Außerdem sieht der neue Vertrag eine Liste von zusätzlichen Repressionsmöglichkeiten gegen uns vor. So ist es praktisch der Universität sowie dem AStA jederzeit möglich den Vertrag aufgrund von Kleinigkeiten fristlos zu kündigen.

Daher waren wir bis zuletzt nicht zur Vertragsunterzeichnung bereit, haben uns denn aber doch, unter Androhung rechtlicher Konsequenzen von Seiten des, aus der Juso-Hochschulgruppe und dem RCDS bestehenden, AStAs entschieden diesen Schritt zu gehen.

Da wir uns als unkommerzielles Projekt verstehen, sehen wir derzeit jedoch keine Möglichkeit den deutlich erhöhten Mietzins aufzubringen.
Die Bitte um temporäre finanzielle Unterstützung seitens des AStAs der Uni Mainz wurde letzte Woche im Studierendenparlament von Jusos, RCDS und LHG abgeschmettert, obwohl im Vorfeld verschiedene Vorschläge vom Seiten des Haus Mainusch kamen, wie langfristig große Teile der steigenden Kosten selbst getragen werden könnten (z.B. über einen Förderverein).
Zwar war es uns möglich auf der Vollversammlung der Studierendenschaft der Universität, welche diese Woche stattfand, einen Antrag einzubringen welcher den AStA erneut zur politischen und finanziellen Unterstützung auffordert. Dieser wurde aber von der AStA Koalition (Jusos und RCDS) und der LHG, versucht mit allen Mitteln zu verhindern.

Daher stehen wir nach wie vor vor einer ungewissen Zukunft:
Wir haben für die nächsten 5 Jahre ein gewisses Maß an Rechtssicherheit, aber derzeit haben wir nicht die Mittel um sie uns zu “erkaufen”.

Haus Mainusch: Mietforderungen bedrohen weiterhin Existenz

Auch zu Beginn des Sommersemesters ist die Zukunft des Haus Mainusch als selbstverwaltetes Kommunikationszentrum noch nicht gesichert, auch wenn es von der Universität anders dargestellt wird. Fakt ist, dass der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) immer noch einen Mietzins vom Haus Mainusch fordert, der einer Mieterhöhung um 200 % entspricht. Dieser Mietzins, der auf nicht nachvollziehbaren Wegen zu Stande kommt, steht in keinem Verhältnis zur momentanen Nutzung des Gebäudes für kulturelle und soziale Zwecke. Die Zukunft als unkommerzielles Projekt als Grundidee des Haus Mainusch ist mit dieser Mieterhöhung weiterhin bedroht.

Was tun?

Wer sich für die Situation des Mainusch näher interessiert, oder wer hier selbst aktiv werden möchte, kann jeden ersten und jeden dritten Mittwoch im Monat gern beim Plenum vorbeischauen. Das Plenum findet jeweils um 20 Uhr im Haus Mainusch, Staudinger Weg 23, Mainz statt.

Auf ipetitions.com befindet sich eine Soli-Erklärung.

Wer seine_ihre Solidarität in eigenen Worten ausdrücken will, ist natürlich klar willkommen! Immer her mit

Hier der Text der vorgefassten Erklärung:

Das Haus Mainusch muss bleiben!
Veröffentlicht auf ipetitions.com

Solidaritätserklärung zur Erhaltung des Haus Mainusch
Das Haus Mainusch besteht seit fast 25 Jahren als unabhängiges Kommunikationszentrum auf dem Campus der Johannes Gutenberg Universität Mainz. Es ist das einzige Projekt seiner Art in Mainz und Umgebung.Für uns steht fest, dass das Haus Mainusch als Freiraum und als Schutzraum in Form des unabhängigen, selbst verwalteten Zentrums erhalten bleiben muss.Schutzraum bedeutet, dass das Haus Mainusch ermöglicht, den Versuch zu unternehmen zunächst einen Raum frei von menschenfeindlichen Positionen, wie z.B. Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und Homophobie zu schaffen, um letztendlich alle Räume von solchen Positionen befreien zu können.
So sollen die Möglichkeiten geboten sein, herrschenden, oft verletzenden, oder Menschen stark einengenden Vorstellungen von Normativität etwas entgegen zu setzen und im Austausch mit anderen Menschen Alternativen und emanzipatorische Perspektiven zu entwickeln.Ein weiteres grundsätzliches Prinzip des Haus Mainusch ist die unkommerzielle Ausgestaltung.
Es muss gewährleistet werden, dass niemand, der_die seine_ihre Umwelt kulturell und politisch mitgestalten will auf Grund mangelnder finanzieller Mittel ausgeschlossen wird. Denn die Räume sind verfügbar für jede und jeden, der_die sich einbringen möchte. Das bedeutet auch, dass sie für jeden und jede gut erreichbar sein müssen.

Insgesamt soll in diesem Freiraum weiterhin eine Form der Selbstermächtigung durch gemeinschaftliches Aneignen von Wissen und Fähigkeiten ermöglicht werden.

Die Räume wurden und werden derzeit für ein umfangreiches kulturelles Programm genutzt.
Dazu gehören selbstorganisierte Lesungen, Workshops, Ausstellungen, Konzerte mit internationalen Bands, Partys, Kneipenabende, politische Vorträge und Filmvorführungen. Es nutzen außerdem mehrere Bands das Angebot eines Proberaums im Keller des Hauses und die Küche ist Grundlage dafür, dass hier regelmäßig (vegan) gekocht werden kann.

Das Haus Mainusch bietet auch den Raum für die Arbeit an Projekten und Veranstaltungen verschiedener politischer Gruppen.

Es wäre das Ende des Projekts Haus Mainusch,

1.wenn das Haus Mainusch, z.B. durch eine Mieterhöhung, dazu gezwungen würde zu einem gewöhnlichen kommerziellen Raum zu werden, wie es bereits jeder andere Ort auf dem Campus und in Mainz ist. Z.B. Mieterhöhungen an Gäste, Veranstalter_innen und Aktive weiterzugeben würde den Ausschluss von Menschen mit wenig Geld bedeuten.

2.wenn es den Status des unabhängigen und selbst verwalteten Zentrums verlieren würde. Neue Ideen und Projekte, sowie kritisches Denken können nur unabhängig vom homogen gestalteten Lehr-Alltag des Universitäts-Betriebes entstehen. So gibt es im Haus Mainusch als erstes und bis heute einziges Projekt auf dem Campus regelmäßig veganes Essen.

3.wenn es in die Peripherie des Campus verlagert würde. Das würde die Zugänglichkeit zu einem so wichtigen Raum stark einschränken.

4.wenn es keine langfristige Lösungsmöglichkeit für das Projekt gibt. Es darf nicht permanent, oder in kurzen Zeit-Abständen immer wieder, mit der prekären Lage der Bedrohung der eigenen Existenz konfrontiert sein. Sonst leidet das eigentliche kulturelle und politische Programm unter dem ständigen Kampf um den Selbsterhalt.

Damit all das nicht geschieht und das unabhängige Kommunikationszentrum Haus Mainusch erhalten bleibt erklären wir uns solidarisch.

Es muss eine Zukunft des unabhängigen Kommunikationszentrum Haus Mainusch geben. Für eine langfristige Perspektive des Projektes auf dem Campus der Johannes Gutenberg Universität in Mainz.

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