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Das Mainusch wird länger geduldet.

Wer das Haus gerne besucht, um auf Partys zu feiern, Vorträge zu besuchen oder zwischen zwei (Uni)veranstaltungen zur Küffa zu kommen freut sich wahrscheinlich über die fünf weiteren Monate Programm.

Was heißt das aber für die, die den Raum selbstverwalten? Was heißt das für uns?

Natürlich ist es auch für uns eine Erleichterung, erstmal unsere
Umzugsarbeiten zu stoppen und weiterhin den Raum nutzen zu können. So richtig Freude will jedoch nicht aufkommen…

Ende November werden wir wieder vor den gleichen Problemen stehen. Die Duldung wurde zu den bisherigen Konditionen vom letzten Dezember verlängert, was unter Anderem bedeutet dass monatlich knapp 1000 Euro gezahlt werden müssen. Geld, das durch die viele ehrenamtliche Arbeit bei Küffas, Vorträgen, Konzerten und Partys Monat für Monat zusammenkommt. Und das, nachdem wir allen Bands, Partygruppen und weiteren Veranstaltungen ab dem Juli absagen mussten. Sprich unser Kalender ist somit noch relativ leer für die kommenden Monate.

Ein weiterer Punkt ist, dass die letzten Wochen für uns alle eine
ziemlich herausfordernde Zeit waren. Die Tage waren für viele Leute geprägt davon sich vom Haus zu verabschieden. Menschen organisieren Umzugsarbeiten. Es wird ausgerümpelt. Es werden Proteste organisiert. Texte werden geschrieben. Eine neue Broschüre erstellt. Menschen organisieren die vermeintlich letzten Veranstaltungen. Eine Auszeit oder gar Urlaub ist für die meisten undenkbar.

Es herrscht Ungewissheit wie die Zeit ohne Mainusch aussehen soll. Die meisten sind eigentlich viel zu fertig – aber stecken nochmal ihren letzten Rest Energie ins Haus. Denn es ist ja der letzte Monat.

Und plötzlich heißt es 2 Wochen vor dem Schluss es geht doch noch weiter.

Juhuu?

Das Datum verschiebt sich, aber die Menschen sind ausgebrannt. Seit Monaten wird versucht, die Message in die Welt zu tragen:

„Diesmal ist es wirklich ernst!“

Doch zwei Wochen vor dem Schluss ein nüchternes „Ihr könnt länger
bleiben“ von Seiten der Uni.

Was kommt jetzt?
* Veranstaltungen organisieren
* Jeden Wochentag Essen kochen
* Wöchentliche Betreuung von Veranstaltungen
*Jede Woche mindestens ein Plenum, um den Raum zu verwalten
* knapp 1000€ Miete müssen zusammen kommen
*Das Haus muss Instand gehalten werden

Also der ganz normale Alltag, obwohl viele gerade erst ihre letzten
Energien aufgebraucht haben.

Und dann in 3 Monaten wieder der selbe Scheizs

*Öffentlichkeitsarbeit
*Demonstrationen
*Texte schreiben
*Flyer verteilen
*Die letzten Partys feiern
*Zum 3. Mal in Folge Abschied nehmen
*Zum 3. Mal in Folge einen eventuellen Umzug vorbereiten
*zum 3. Mal in Folge alles geben denn dieses Mal ist es vielleicht
wirklich der letzte Monat

Dieses ständige Bedrohungszenario blockiert und zemürbt uns. So brennen Menschen aus, so verschwinden heimlich und leise Orte der Kultur, Solidarität und Emanzipation.

Die Idee von solchen selbstverwalteten Räumen sollte nicht auf Zeit geduldet werden, sie sollte sich als Perspektive gegen eine rücksichtslose, profit- und leistungsorientierte Gesellschaft ausbreiten und gefördert werden.

Im Haus Mainusch und Überall!

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