Aktuelles

+++ Statement des Kultur- und Kommunikationszentrums Haus Mainusch zu den
aktuellen Veränderungen der Baupläne auf dem Universitätsgelände +++

Dreieinhalb Jahre nach der Räumung des Studierendenwohnhauses Inter I auf dem Universitätscampus Mainz, habe man nun festgestellt, dass eine Sanierung für das dort geplante Medienhaus zu teuer sei, gab Stephan Weinberg, Staatssekretär im Finanzministerium der AZ zu Protokoll.
Das Millionenschwere Bauvorhaben auf dem Campus, dem das selbstverwaltete Kultur- und Kommunikationszentrum Haus Mainusch hätte weichen sollen, würde nun an anderer Stelle umgesetzt werden.
Die Räumung des letzten mit Bafög-Wohngeldsatz bezahlbaren Wohnheims, der über dreijährige Leerstand zu Gunsten eines unternehmerischen Leuchtturmprojekts und der andauernde Bedrohungszustand für selbstverwaltete Kulturprojekte – das sind die Effekte der baulichen Umgestaltung auf dem Universitätscampus. Diese Effekte der Verdrängung treten nicht nur auf dem Universitätscampus, sondern auch in der Stadt verstärkt auf. Der LBB, Eigentümer und die baubeauftragte Gesellschaft des Medienhauses/Inter I, trägt die Verantwortung für diese Gentrifizierung mit. Auch nach der Verschiebung des geplanten Standortes für das Medienhaus ist der Fortbestand des Kultur- und Kommunikationszentrums Haus Mainusch nicht gesichert. Weinberg kündigt an, das Gelände sei weiterhin Bestandteil der “Bau-Masterplanung” der Universität.
(https://www.allgemeine-zeitung.de/…/inter-i-hochhaus-in-mai…)

In einer Stadt, auf einem Universitätscampus, in der zunehmend Vermarktung und Konkurrenz um wirtschaftliche Standortfaktoren unsere Lebensbedingungen bestimmen, wird das seit 1988 bestehende Haus Mainusch als Alternative zu dieser Logik unabdingbar.

Seit 30 Jahren bereichert das Haus Mainusch den Campus und das Stadtleben. Als einer der ersten Orte, an dem es täglich veganes Essen gegen Spende gab und immer noch gibt, der sich praktisch und theoretisch für den Kampf gegen Diskriminierung einsetzt, mittlerweile einer der einzigen Orte, an dem Student*innen und Nicht-Student*innen sich für wenig oder kein Geld eine schöne Zeit haben können, ohne Konsumzwang, ohne eine Institution zu überzeugen ein Konzert, eine Party, einen Lesekreis, oder ähnliches veranstalten können. Es finden immer wieder Veranstaltungen statt, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, ein reflektiertes, bewusstes Miteinander zu entwickeln. Wir haben den Anspruch auf gleichberechtigter Ebene, ohne Vorurteile Menschen gegenüber zu treten und einen Raum zu schaffen, um solidarisch mit Menschen und Projekten zu sein, die oft durch den Druck ihrer Umgebung untergehen.
Ja wir empfinden das Haus Mainusch als einen sehr wichtigen Teil von Mainz.

Wir fordern von LBB, Universitätsleitung und
Stadtplanung der Verdrängung ein Ende zu setzten.
Wir finden den Umgang mit uns von Seiten der Universität und dem Land Rheinland-Pfalz skandalös.
Nach der Veröffentlichung unseres Offenen Briefes im Oktober 2018, in dem wir die konkreten Bebauungs- und Finanzierungspläne forderten und die Uni um Gespräche baten, bekamen wir abermals keine Antwort. Jetzt erfahren wir drei Monate später, ausgerechnet aus der Zeitung, wie es weitergeht und wie es nicht weitergeht.
Aktuell befinden wir uns in der Duldung Nr. 3, die bis Juni 2019 anhält. Mit den Plänen, die die JGU für zukünftige Bebauung des Campus hat, ist es für uns durchaus vorstellbar, dass die Duldung wiederholt zwei Wochen vor Ablauf verlängert wird.
Mensch erinnere sich. Schon vor 7 Jahren sollte das Haus Mainusch dem Medienhaus weichen.
Dies ist nicht die Kommunikation einer weltoffenen, demokratischen Universität, sondern einer die im Exzellenzdruck untergeht und jede verwertbare Lücke auf dem Campus verteidigt. Die Universität gleicht einem Unternehmen, das um seinen Ruf zu wahren jegliche Kommunikation abblockt. Zugeständnisse werden scheinbar nur mündlich gemacht. Kritik und Reflexion werden unterdrückt, wenn es um Profite geht.
Das ist ein Skandal!

 

Offener Brief

 

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