Der Verein für ein unabhängiges Kommunikationszentrum an der Uni Mainz „Haus Mainusch“ e.V. zeigt sich sowohl amüsiert, als auch entsetzt über die verbalen Entgleisungen der Jungen Union Mainz und insbesondere ihres Kreisvorsitzenden Felix Leidecker.

Felix Leidecker trug in den letzten Jahren oft zur Belustigung innerhalb des Hauskollektivs bei. Seine fantasievollen Darstellungen über Interna des Vereins, sowie Aktivitäten der Unterstützer_innen des Haus Mainusch wurden von den meisten Aktiven bisher belächelt und als ein Schrei nach Aufmerksamkeit eines jungen Lokalpolitikers angesehen. Möglicherweise führte die fehlende Reaktion von unserer Seite dazu, dass Herr Leidecker in seiner Vorstellungskraft immer weiter ausholte und immer kuriosere Darstellungen erfand.

Seine Ausschweifungen in der JU-Pressemitteilung vom 5.1.2016 sind jedoch von neuer Qualität. Gegendemonstrant*innen als Faschist*innen zu bezeichnen ist nicht nur respektlos gegenüber den Zeitzeug*innen faschistischer Regime, sondern zeugt auch von fehlendem Geschichtswissen. Nationalsozialistische Methoden wie Konzentrationslager, Zensur und Waffen-Gewalt gegen Andersdenkende findet man wohl kaum in Mainz – zum Glück. Schließlich noch das Haus Mainusch als einen Ort darzustellen, an dem offen Straftaten geplant werden würden, können und werden wir nicht hinnehmen. Da Herr Leidecker keine Möglichkeit versäumt, sich als Demokrat und rechsstaatstreuer Bürger darzustellen, haben wir uns entschlossen, ihn anhand demokratischer und rechtstaatlicher Mittel in die Grenzen der Meinungsfreiheit zurückzuweisen.

Kurz: wir haben am Morgen des 6.1.2016 bei der Staatsanwaltschaft Mainz Strafanzeige wegen übler Nachrede und Verleumdung gegen die Junge Union Mainz und Felix Leidecker gestellt.

Wir hoffen, dass wir damit einige selbstkritische Gedankengänge anstoßen können und zeigen uns offen für Gespräche über eine angemessene Form der Entschuldigung, bzw. Selbstkritik.